Betreuung & Pflege

Die WOGE – eine betreute Wohngruppe

Das Leben in der WOGE ist dem Wohnen zu Hause vergleichbar, allerdings in einer  gemeinschaftlichen Form. In einer Wohngruppe sind die Bewohner/innen (auch vertreten durch Angehörige, Bevollmächtigte oder rechtliche Betreuer) Mieter und an der Gestaltung des Zusammenlebens beteiligt. Erfahrungen zeigen, dass solche Wohngruppen gerade für Menschen mit Demenz viel zur Lebensqualität beitragen können, denn hier steht die Alltagsgestaltung und nicht die Pflege im Zentrum.

In der häuslichen Umgebung der Wohngruppe wird an individuelle Lebensgewohnheiten angeknüpft. Die Bewohner/innen werden in die alltäglichen Aktivitäten einbezogen und erfahren dadurch Kompetenz und Wertschätzung. Die Integration der Wohngruppe mitten in einem „normalen“ Wohnumfeld ermöglicht Quartiersnähe und eine gute Beteiligung von Angehörigen und freiwillig Engagierten. Demenz gehört zum Leben und mitten ins Leben.

Wir machen die Erfahrung, dass sich die Bewohner/-innen der WOGE dann wohl fühlen und dass es dann lebendig zugeht, wenn viele Menschen den Alltag mitleben und mitgestalten und dabei ihre Fähigkeiten einbringen. Vor allem Angehörige sorgen dafür, dass  Anknüpfungen an die Lebensgeschichten der Bewohner/innen möglich werden.

Verantwortung abgeben – und Verantwortung übernehmen

Wenn ein Mensch mit Demenz in die WOGE einzieht, werden die bisher allein für ihn Verantwortlichen von vielem entlastet. In der WOGE ist rund um die Uhr für Sicherheit, Betreuung und Pflege nach den individuellen Bedürfnissen gesorgt. Ein Schlüsselbegriff ist für uns die „geteilte Verantwortung“ – wir machen die Erfahrung, dass auch die Angehörigen ihren Teil der Mitverantwortung übernehmen wollen.

„Geteilte Verantwortung“ konkret

Die hohe Lebensqualität wird in der WOGE erreicht durch die „geteilte Verantwortung“ von bezahlten Fachkräften, Freiwillig Engagierten und Angehörigen:

  • Alltagsbegleiter/innen sind rund um die Uhr für die Alltagsgestaltung, Betreuung und Grundpflege zuständig.
  • Fachpflegekräfte kommen entsprechend dem individuellen Bedarf dazu.
  • Angehörige (oder von ihnen Beauftragte) übernehmen 20 Stunden im Monat Aufgaben für die gesamte Wohngruppe (z.B. Mithilfe beim Kochen und der Hausarbeit, Begleitung bei Spaziergängen). Regelmäßig finden Angehörigen-Treffen zum Austausch und für Absprachen statt.
  • Freiwillige sind in unterschiedlichen Bereichen tätig; sie treffen sich regelmäßig zum Erfahrungsaustausch und zur Weiterbildung.
  • Praktikanten, Freiwillige im Sozialen Jahr (FSJ), Freiwillige im Bundesfreiwilligendienst (BUFDI) …
  • WOGE e.V. ist Vermieter der Wohnung und für die Konzeption und damit verbundene Entscheidungen zuständig.

„Seel-Sorge“

Mit „Seel-Sorge“ ist im Blick auf die WOGE zunächst gemeint: Die in der WOGE Engagierten tragen dafür Sorge, dass auch die „Seele“, die Persönlichkeit, die Würde... eines jeden Menschen im Blick ist; dass auch „die Seele“ in der WOGE Geborgenheit finden und daheim sein kann. Diese „Sorge“ drückt sich in vielen kleinen Aufmerksamkeiten im alltäglichen Zusammenleben aus.

Dann bedeutet „Seelsorge“ auch, dass der Wunsch von Bewohner/innen nach christlichen Ritualen und Gottesdiensten ernst genommen wird, auch wenn die WOGE keine kirchliche Einrichtung ist.

Die großteils christlichen Festzeiten im Jahresablauf werden auch in der WOGE begangen, z.B.: Advent (auf dem Tisch steht ein Adventskranz),  Weihnachten  (ein Christbaum wird geschmückt, eine Weihnachtskrippe wird aufgebaut, es gibt eine Weihnachtsfeier mit vielen alten Liedern), Silvester, Dreikönig (die WOGE bekommt Besuch von den Sternsingern), Fasnacht, Ostern (Kinder bringen von der ökumenischen Osternacht im Vauban eine selbst gestaltete Osterkerze).

Eine kleine „Seelsorge-Gruppe“ hält Kontakt zu den Kirchengemeinden (katholisch: St. Peter und Paul in Freiburg – St. Georgen; evangelisch: Johannesgemeinde in Merzhausen); beide Gemeinden haben eine Person benannt, die für den Kontakt zur WOGE zuständig ist. 

Das Engagement von Freiwilligen macht es häufig möglich, dass einige Bewohner/innen, die das wollen und dazu in der Lage sind, zum sonntäglichen Gemeindegottesdienst mitgenommen werden.

In der WOGE selbst findet in der Weihnachts- und in der Osterzeit eine ansprechend gestaltete Gottesdienstfeier statt.

Wenn jemand in der WOGE gestorben ist, werden Mitbewohner/innen, Mitarbeiter/innen, Angehörige und Freiwillige zu einer persönlich stimmigen Verabschiedungsfeier eingeladen.

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