Kurzkonzept WOGE

Wohngruppe für Menschen mit Demenz im Quartier Vauban

 

Eckpunkte des Projektes

Zielsetzung

Einrichtung einer  Wohngruppe für 10 ältere Menschen mit diagnostizierter Demenz im Freiburger Stadtteil Vauban.

Merkmale der Wohngruppe

Die Gestaltung der Tagesstruktur  richtet sich nach den Prinzipien der Alltags- und Lebensweltorientierung. Es geht um das Zusammenspiel von medizinisch-pflegerischen, sozialen und hauswirtschaftlichen Perspektiven. Die architektonische Gestaltung der Wohngruppe ist an den besonderen Bedürfnissen von Menschen mit Demenz  ausgerichtet. Die Wohngruppe ist in die Infrastruktur und das Gemeinschaftsleben des Stadtteils integriert.

Organisation

Wohngruppe nach dem ambulanten Modell

Trennung von Vermietungs- und Betreuungsträgerschaft – Pflege wird ambulant durch einen Pflegedienst erbracht.

Betreuung und Pflege

Die Betreuung und Pflege wird in der Wohngruppe durch Alltagsbegleiter/innen geleistet. Nachts erfolgt die Betreuung durch eine in der Wohngruppe anwesende Nachtwache.  Die Alltagsbegleiter/innen und die Nachtwachen werden bei einem Pflegedienst angestellt und über die sog. Betreuungspauschale finanziert. Angehörige, freiwillig Engagierte, Altenpflegeschüler/-innen, junge Menschen im freiwilligen sozialen Jahr, Praktikanten/innen etc. ergänzen die Alltagsbegleiter/innen. Individuell erforderliche Pflegeleistungen, die über die Leistungen der Betreuungspauschale hinausgehen, werden ambulant dazu geschaltet und von Pflegekräften des beauftragten Pflegedienstes erbracht.

Beteiligung Angehöriger und freiwillig Engagierter

Die Beteiligung Angehöriger und Freiwillig Engagierter ist nach dem Leitsatz der „geteilten Verantwortung“ integraler Bestandteil des Konzepts der WOGE.  Angehörige arbeiten 20 Stunden im Monat in der Wohngruppe mit und mindern durch ihr Engagement die Pflege- und Betreuungskosten. Falls Angehörige die Mitarbeit in der Wohngruppe nicht selbst leisten können bzw. möchten, muss für die geforderte Stundenzahl eine Ersatzkraft, z.B. der Nachbarschaftshilfe finanziert werden.

Finanzierung

Das Kapital für den Kauf der Wohnung wird über Direktkredite nach dem Prinzip des Mietshäuser-Syndikats, über Darlehen der WOGE Stiftung und ergänzend über Bankkredite beschafft. Die Refinanzierung erfolgt über die Miete.

Miete und Nebenkosten

Bewohner/innen ggf. SGB XII[1]

Haushaltsgeld

Bewohner/innen ggf. SGB XII

Pflege und Betreuung

Über Betreuungspauschale finanziert: Anwesenheit der Alltagsbegleiter/innen für den Tagdienst und die Nachtdienstkräfte. Pflegeleistungen, die über die Leistungen der Betreuungspauschale hinausgehen, werden ergänzend vom Pflegedienst übernommen. Die Kosten für die Betreuungspauschale werden von den Bewohner/innen selbst bzw. ggf. über das SGB XII finanziert. Leistungen der Grund- und Behandlungspflege werden über SGB XI und SGB V sowie ggf. ergänzend über das SGB XII finanziert.

Auftraggebergemeinschaft

Die Bewohner/innen, i.d.R. vertreten durch Bevollmächtigte bzw. gesetzliche Betreuer/innen bilden eine sog. Auftraggebergemeinschaft. Diese Gemeinschaft hat das Hausrecht inne und entscheidet über alle wesentlichen Belange der Gemeinschaft, wie z.B.: wer die Pflege und Betreuung bereitstellt, wer in die Wohngruppe einzieht, über die Höhe und Verwendung des Haushaltsgeldes, die Ausstattung der Wohnung, die Gestaltung der Tagesstruktur, …   

Kooperationspartner:

Freiburger Modell

Miethäuser-Syndikat

Die Wohngruppe ist Mitglied im Netzwerkverein Freiburger Modell – Netzwerk Wohngruppen für Menschen mit Demenz e.V.“  und Mitglied im Mietshäuser-Syndikat

Pflegeteam Freiburg

Kooperation mit dem Pflegeteam Freiburg - Betreuung und Pflege in der Wohngruppe

Vereinsvorstand:  Anne Helmer, Regina Kraus, Renate Feißt – Fassung vom Oktober 2014



[1]Die potentielle Finanzierung des Sozialhilfeträgers orientiert sich an den Kosten eines vergleichbaren Heimplatzes und ist nach oben hin gedeckelt.